dasds

PRESSE

Ausstellung Jörg Ernert vom 25.09.2011 bis 18.12.2011
Vernissage Sonntag, 25.09.2011, 16.30 Uhr
Pressemitteilung
von Kasia Kaminska, Kuratorin Kunsthalle VIERSEITHOF
Jörg Ernert gehört zu jenen Vertretern der Neuen Leipziger Schule, die sich nicht der figurativen oder gegenständlichen Malerei verschrieben haben. Er bevorzugt Abstraktion, die in der Flächenmalerei besonders gut räumliche Situationen wiedergibt. Gefragt nach seinen Themen, spricht Ernert von der Vorliebe für die großen Räume in seiner Heimatstadt Leipzig. Die morbide Gebäudestruktur des ehemaligen Kraftwerks Leipzig Süd, eine moderne Kletterhalle, eine verschachtelte Automesse oder eine belebte Lagerhalle boten ihm ausreichend Anreize für seine künstlerische Arbeit. Typisch für diesen Maler ist die Sorgfalt, mit der er an den ausgesuchten Themen arbeitet. Zuerst entstehen Kugelschreiber- oder Bleistiftskizzen, gar ganze Skizzenbücher mit Anmerkungen zu Farbkonstellationen, Bewegungsrichtungen und sonstigen wichtigen Eindrücken vor Ort. Danach folgt die Arbeit im Atelier, die Auswahl der Farben (vorwiegend Acryl auf Leinwand oder Papier) und die Entscheidung für das jeweilige Bildformat. Es scheint, als würden die großen Leinwände (240 x 154 cm, 205 x 200 cm) gerade genügend Platz für seinen malerischen „Bewegungsdrang“ bieten.
Erwähnt sei an dieser Stelle die Arbeit „Sonntag“, große Fassung, Kletterhalle, 201 x 300 cm, Acryl auf Leinwand, 2010, die erst in dem Raum der Kunsthalle Luckenwalde seine volle Wirkung entfalten kann. An dieser Arbeit zeigt sich besonders deutlich der malerische Übergang vom Konkreten ins Abstrakte. Die Raumkonstruktion wird sowohl durch die Überlagerung der Farben wie auch durch die Linienführung festgehalten. Starke Farbkontraste – rot-orange, schwarz-gelb – gliedern zusätzlich den dargestellten Raum. Die Proportionen werden durch das Auftauchen der menschlichen Figuren im Bild unterstützt.

Ernerts Malerei ist expressiv, sie schöpft ihre Kraft aus dem Spanunngsverhältnis der Farben und Formen. Mehrere zum Teil grob aufgetragene Farbschichten, Lichteinfälle und die Hell-dunkel-Kontraste betonen die Besonderheit des dargestellten Ortes. Jörg Ernert vermerkt dazu: „Ich male Raumporträts, ich arbeite so lange, bis ich den Charakter des dargestellten Raums erfasst habe.“   
Die geometrische und perspektivistische Raumkonstruktion, die typisch für die Neue Leipziger Schule ist, bleibt bei Ernerts Bildern erhalten. Zum Vorbild nimmt sich dabei Jörg Ernert eher Wolfram Ebersbach als andere Lehrer, zu denen auch Prof. Sighard Gille (Ernert wurde sein Meisterschüler im Bereich Malerei/Grafik) und Neo Rauch zählten.

In seiner Luckenwalder Schau zeigt der Künstler 23 Arbeiten in der Technik Acryl auf Leinwand und Acryl auf Papier.
Die ausgestellten Motive beziehen sich auf die Stadt Leipzig, und 14 Bilder des Malers entstanden in Luckenwalde. Mehrmals besuchte der Künstler die Stadt und malte an verschiedenen Standorten zum Teil unter dem Zuspruch des lokalen Publikums. Luckenwalder Motive wie die St.  Jakobikirche, die Bibliothek, Hinterhöfe und das Alte Stadtbad zeigen die Stadt aus einer ungewohnten Perspektive. Die Arbeiten, die in Luckenwalde entstanden, charakterisieren Ernerts Verhältnis zur Malerei und Kunst an sich. Der körperliche, direkte Zugang zu seinen Motiven und Objekten war für Jörg Ernert stets die wichtigste Voraussetzung für sein künstlerisches Schaffen. Gerne erwähnt der Maler, dass er vor seinem Studium an der Hochschule für Grafik und Buchkunst in Leipzig an eine Ausbildung in der Metallverarbeitung gedacht hatte: „Als die Wende kam, dachte ich an eine Lehre als Schlosser oder Schmied. Ich war überzeugt, man sollte etwas Praktisches, Handwerkliches beherrschen.“ So arbeitete Ernert  in den 90er Jahren sowie in 2000 und 2001 an verschiedenen Metallobjekten, realisierte unterschiedliche Raumkonstruktionen, um schließlich wieder zur Malerei zu gelangen.

Längst ist Jörg Ernert ein anerkannter Künstler seiner Generation (geb. 1974) und gibt sein Wissen an die jüngeren Kollegen weiter. Seit 2004 übernimmt er immer wieder Lehraufträge als Beauftragter der Hochschule für Grafik und Buchkunst in Leipzig. Seine künstlerische Vita umfasst zahlreiche Ausstellungen. Seine Werke sind u.a. im Museum für Bildende Kunst in Leipzig, in der Kulturstiftung Rügen und in der Arario Gallery in Seoul, Korea vertreten.  

Presseartikel
Märkische Allgemeine Zeitung vom 27.09.2011
Ausstellung Ekaterina Ezhkova vom 27.07.2011 bis 18.09.2011
Vernissage Sonnabend, 27.07.2011, 16.30 Uhr
Pressemitteilung
von Kasia Kaminska, Kuratorin Kunsthalle VIERSEITHOF

„Ich male Menschen, zeichne Personen. Manchmal sind das Familienmitglieder, an die ich mich gerne erinnere und die nicht mehr am Leben sind. Die Großmutter, der Vater … Es kommt jedoch nicht selten vor, dass ich Kinder, die ich gar nicht kenne, abbilde.“

Nachdenklich und konzentriert spricht Ekaterina Ezhkova über ihre Malerei. Das Studium an der Baron-Stiglitz-Akademie für Kunst und Design (St. Petersburg) hat sie befähigt, in verschiedenen künstlerischen Richtungen zu arbeiten. Ihr Werdegang begann mit Skulpturen, Fotoarbeiten und Malerei. Gefragt, wie sie dazu kam, Künstlerin zu werden, erwähnt sie ihren Vater, den Maler Valentin Ezhkov. Während sich der Vater, fasziniert von der Natur, der Landschaftsmalerei verschrieb, entwickelte sich die Tochter nach ihrem Studium immer mehr in Richtung figurative Malerei. 22 Arbeiten präsentiert die in Leningrad geborene Künstlerin in der Kunsthalle Vierseithof. Sie sind in den Jahren 2005 bis 2011 entstanden. Als Vorlage für Ezhkovas Arbeiten dienen oft Fotografien aus der Sowjetunion der 1950er und 1960er Jahre. Ein Geschenk ihrer Großmutter, das sie in einem Karton überreicht bekam.
„Diese Fotos sind, wie sich nach meiner Ankunft in Deutschland herausstellte, mein größter Schatz und mein Erbe. Sie sind für mich eine stete Inspirationsquelle und bringen mich meinen Verwandten näher. Es sind Schwarzweißfotos, und sie haben eine Ästhetik, die heute nicht mehr existiert.“
Die Arbeitsweise der Malerin Ezhkova ist sehr eigen. Zuerst sucht sie für ihr Bild nach einem passenden Stoff. Sie malt direkt auf den gespannten, gemusterten, gestreiften oder auf einen Leinenstoff. Stoffe unterschiedlicher Art besorgt sie sich im Internet, kauft sie aber auch auf dem Trödelmarkt oder in einem der Antikläden. Die ungewöhnlich schmalen (90 oder 100 cm) und hohen (180 cm) Formate entsprechen dem verwendeten Material.
Der spontane Zugriff auf das Motiv und das improvisierte Element sind Ezhkova bei ihrer Malerei besonders wichtig. Sie fängt an zu malen und weiß nicht genau, wie die Figur später aussehen wird. Sie malt mit Tempera Linien, es entstehen Konturen menschlicher Gestalt. Gerne verwendet sie Aquarelle und gelegentlich Eitempera. Farbpigmente mischt sie selbst und gebraucht konsequent keine Ölfarbe und kein Acryl.

Eine Inspiration ist notwendig für den künstlerischen Prozess. So wird eine Idee von einer Person geboren, ein Gesichtsausdruck scheint sich aus der Erinnerung herauszukristallisieren, und schließlich entsteht während des Malens eine ganz andere Figur. Es sind keine gefälligen Abbildungen von Menschen, die uns die in Kiel lebende Malerin präsentiert. Es ist nicht unbedingt Freude, sondern eher Unsicherheit, Nachdenklichkeit, die sich in den dargestellten Gesichtern spiegelt. Die Großmutter Tanja und der Vater als Kind, Walja, gehören zu den am häufigsten abgebildeten Personen in ihren Bildern. Sie sind Kinder ihrer Zeit, besitzen ihre eigene Lebensgeschichte, die sie auch zu beschützen wissen, und sie lächeln nicht gerade freundlich den Betrachter an. Ezhkovas Thema umfasst Familie, Erinnerung und Vergänglichkeit menschlicher Existenz. Die Detailtreue ihrer Bilder bezieht sich auf Kleidung und Körperhaltung. Die eleganten Kleider, die Tanja trägt, die Mäntel und Schuhe, welche die Kinderakteure anhaben, beeinflussen den Betrachter in seinen Reaktionen. „Viele Menschen“, so Ezhkova, „identifizieren sich mit den von mir gemalten Figuren. Sie sagen zu mir, schauen Sie hin, so einen Mantel hat meine Mutter als Kind getragen, oder diese und jene Schuhe habe ich als Kind gehabt.“ Besonders gekonnt geht Ezhkova auf die zwei Aspekte des menschlichen Lebens ein. Sie trennt das Private und das Öffentliche des Daseins. So wirken  die Arbeiten „Schlafende Tanja“ (2007, Tempera auf Stoff) und das Bild „Urlaub“ (2010, Tempera auf Leinenstoff) ganz unterschiedlich. In diesen Arbeiten zeigt sie Innen- und Außensicht auf die gleiche Person. Die eine vermittelt eine familiäre, ungezwungene und freundliche Atmosphäre der dargestellten Situation. Die andere wiederum macht deutlich, wie die Selbstdarstellung Tanjas nach „außen“ funktioniert. Im letzten Fall befindet sich Tanja auf einem Schiff und ihr Blick ist offensichtlich einer Fotokamera zugewandt. Ekaterina Ezhkovas Arbeiten gehen auf den Charakter der Menschen ein, sie idealisieren nicht und sind in keiner Weise bloße Abbilder der Personen. Die Gesichter der Kinder, die sie malt, drücken im gewissen Sinne auch ihre Bestimmung und ihr Schicksal aus. Ganz anders als der gerade verstorbene figurative Maler Lucian Freud verzichtet sie auf die bloße Körperlichkeit, die bei ihm im Mittelpunkt seines Schaffens stand. Nicht selten werden die Konturen einer Figur gemalt, und nur das Gesicht wird sorgfältig Schicht für Schicht ausgemalt. Der Hintergrund – die Gegenstände, andere Personen im Bild – werden in solchen Fällen skizzenhaft fixiert. Dieses Verfahren vermittelt inhaltliche Offenheit ihrer Arbeiten und schenkt den Bildern dieser begabten Künstlerin eine formale Leichtigkeit. Die bunten blumigen, karierten und gestreiften Stoffe unterstreichen den nostalgischen Charakter ihrer Werke und heben die dargestellten Figuren deutlich hervor.
Presseartikel
Märkische Allgemeine Zeitung vom 21.07.2011
Presseartikel
Märkische Allgemeine Zeitung vom 22.07.2011
Presseartikel
Märkische Allgemeine Zeitung vom 23./24.07.2011
Presseartikel
Märkische Allgemeine Zeitung vom 26.07.2011
Presseankündigung
Märkische Allgemeine Zeitung vom 16./17.07.2011
Ausstellung Sabine Beyerle vom 07.05.2011 bis 11.07.2011
Vernissage Sonnabend, 07.05.2011, 16.30 Uhr

Pressemitteilung
woanders zu Hause
von Kasia Kaminska, Kuratorin Kunsthalle VIERSEITHOF

Versucht man, Sabine Beyerle zu treffen, muss man lernen, sich in Geduld zu üben. Denn dieser vielseitigen Künstlerin persönlich zu begegnen ist keineswegs die leichteste Übung. Ihre unter schiedlichen Aktivitäten – sie ist Malerin, arbeitet aber auch als Bühnenbildnerin und entwickelt verschiedene Kunstprojekte – beanspruchen enorm viel Zeit. „Woanders“ bedeutet für Beyerle unter Umständen, im Theater, im Ausland, bei anderen Künstlern zu sein.
Gefragt nach ihrem Thema antwortet sie rasch: „Ich interessiere mich für Räume. Innenräume, Außenwelten. Mein Thema ist aber auch das Ornament als künstlerisches Motiv.“30 Bilder stellt Sabine Beyerle in der Kunsthalle Vierseithof in Luckenwalde aus. Es sind Arbeiten (Öl auf Leinwand), die in der Zeit zwischen 2006 und 2011 entstanden sind. Große Formate 160 x 200 cm werden in dieser Schau durch mehrere kleine Arbeiten, 30 x 40 und 60 x 80 cm, darunter einige die noch nie öffentlich gezeigt wurden, ergänzt. Es sind fremde Welten, die diese bei Prof. Diehl an der UdK Berlin ausgebildete Meisterschülerin vorstellt. Beyerle präsentiert prachtvolle Kirchen- räume wie „Camamu“ 2011, Brasilien, Hostels von morbidem Charme wie „Peninsula“ 2009, Neuseeland, und nimmt den Betrachter unter anderem nach Namibia, Tansania und Sambia mit, um skurrile Bahnhofshallen, Schulen oder Telefonzellen zu betrachten. Es gelingt ihr, dabei ein Spiel zwischen Farbe, Form und Inhalt auf unkonventionelle Weise zu entwickeln. Manche Arbeiten scheinen einem klassischen Kaleidoskop entsprungen zu sein („Dom Bosco“, Brasilien, 2011); hier ergeben Motive, Farbenflächen und verstellte Perspektiven erst nach längerem Betrachten ein einheitliches Bild. Überraschend wirken hingegen Architektur und Naturdarstellungen aus Afrika. Eine Besonderheit aus der aktuellen Ausstellung Beyerles: das älteste Bild „HullyGully“ aus dem Jahr 2006 ist neben dem jüngst entstandenen Bild „Luckenwalde“, 2011, zu sehen.
Presseartikel
Märkische Allgemeine Zeitung vom 03.06.2011
Presseartikel
Märkische Allgemeine Zeitung vom 10.05.2011

Begleitveranstaltung Lesung Peer Steinbrück am Montag, 09. Mai 2011, 19.30 Uhr
Pressemitteilung
Peer Steinbrücks Bestandsaufnahme umreißt die jetzige Lage sowie die deutsche Politik der letzten Jahre. Ganz Staatsmann, rekonstruiert Steinbrück die vier Phasen der Finanzkrise von 2007. Ganz Parteipolitiker, verliert der gebürtige Hamburger seine SPD nicht aus den Augen - ebenso nicht, wie Bundestagswahlen gewonnen werden. Machtpolitisch wird laut Steinbrück künftig China neben den USA den Sitz des Co-Piloten bei der Weltwirtschaft einnehmen. Finanzpolitisch sieht der SPD-Politiker Europa in einer Zwickmühle zwischen Inflation und dem "Kärnerakt, den Staatshaushalt zu konsolidieren". Gleichzeitig macht Steinbrück deutlich, warum der Euroraum nur unter strengen Kriterien erweitert werden dürfe. Zudem erklärt er, wie der deutsche Sozialstaat gerettet werden könne. Konkret spricht sich Steinbrück für eine Umsatzsteuer auf Transaktionen auf dem Finanzmarkt aus, verteidigt den Kern der Agenda 2010, brandmarkt Integrationsprobleme, fordert eine differenzierte Zuwanderung - und warnt vor der Macht der Rentner.
Der Leser erlebt den charismatischen Ex-Minister als überzeugten Europäer, der an die Kombination aus offenen Märkten, sozialer Absicherung, Demokratie, Rechtsstaatlichkeit und ökologischer Verantwortung unerschütterlich festhält. Die große Resonanz auf sein Buch zeigt, dass Steinbrück immer noch ein politisches Schwergewicht ist. Vielleicht wird er der Kanzlerkandidat der SPD.
Presseartikel
Märkische Allgemeine Zeitung vom 11.05.2011
Presseankündigung
Märkische Allgemeine Zeitung vom 03.05.2011

Presseankündigung
Märkische Allgemeine Zeitung vom 29.04.2011

Presseankündigung
Märkische Allgemeine Zeitung vom 21./22.04.2011

Presseankündigung
Märkische Allgemeine Zeitung vom 09.04.2011

Begleitveranstaltung Lesung Thomas Hettche am Sonnabend, 16. April 2011, 16.30 Uhr
Pressemitteilung
Die berührende Geschichte eines Vaters, der um seine Tochter kämpft.

Peter hat eine Tochter, aber das Sorgerecht für sie hat er nicht. Annika war zwei, als er und ihre Mutter sich trennten. Seitdem gerät jede elterliche Absprache zum Machtkampf um die inzwischen dreizehnjährige Annika. Ein Silvesterurlaub auf Sylt wird für Vater und Tochter zur entscheidenden Probe auf ihre Liebe.

Die Reise auf die Insel ist für den Verlagsvertreter Peter auch eine Rückkehr in Landschaften der Vergangenheit. Hier hat er die Sommer seiner Kindheit verbracht, als seine Mutter in einer Buchhandlung in Kampen arbeitete. Die Spaziergänge am Strand, die alte Kirche von Keitum, der Leuchtturm rufen Erinnerungen in ihm wach. Zum ersten Mal versucht er, seiner Tochter von sich zu erzählen. Er begegnet Susanne wieder, einer Freundin aus der Schulzeit, mittlerweile verheiratet und Mutter zweier Kinder. Und er muss erleben, dass er auf die Väter der scheinbar heilen Familien, die diese Ferien zusammen verbringen, wie ein Menetekel wirkt.

Es ist die Zeit zwischen den Jahren, die Rauhnächte, in denen Tiere sprechen können und die Tore der Geisterwelt offen stehen. »Die Wilde Jagd« tobt um das Ferienhaus auf der Düne, ein Wintersturm. Und in der Silvesternacht, zusammen mit Freunden im »Sansibar«, steht plötzlich Peters gesamte Existenz auf dem Spiel. Atemlos folgt man seiner Stimme, die erzählt, was ihm geschieht – gegenwärtig, distanzlos, unmittelbar.

Dieser Roman über die Schwierigkeit, heute Vater zu sein, ist Thomas Hettches persönlichstes Buch. Meisterhaft gelingt es ihm, die Atmosphäre des winterlichen Sylt mit einem Familiendrama zu verbinden, in dem es um die eigene Vergangenheit geht, die persönliche Integrität und eine gemeinsame Zukunft.

Thomas Hettche, geboren 1964 in Treis, studierte in Frankfurt Philosophie und Germanistik. Nach Stipendienaufenthalten u.a. in Krakau, Venedig, Stuttgart, Rom und Los Angeles lebt er mit seiner Familie in Berlin. Essayistische Veröffentlichungen vor allem in der FAZ und der Neuen Zürcher Zeitung. Juror des Ingeborg-Bachmann-Wettbewerbs in Klagenfurt.Herausgeber der literarischen Online-Anthologie NULL.
Preise u.a.: Rauriser Literaturpreis 1990, Robert-Walser-Preis 1990, Ernst-Robert-Curtius-Förderpreis für Essayistik 1994, Rom-Preis der Villa Massimo 1996, Premio Grinzane Cavour 2005.
Thomas Hettches erster Roman Ludwig muß sterben erschien 1989. Es folgten NOX und Inkubation, die Essaybände Animationen und I Modi. Der Kriminalroman Der Fall Arbogast (2001) wurde in zehn Sprachen übersetzt. 2006 erschien bei Kiepenheuer & Witsch Woraus wir gemacht sind.
Presseartikel
Märkische Allgemeine Zeitung vom 19.04.2011
Presseankündigung
Märkische Allgemeine Zeitung vom 08.04.2011
Ausstellung Jan Jastram vom 13.03.2011 bis 01.05.2011
Vernissage Sonntag, 13.03.2011, 16.30 Uhr
Pressemitteilung
von Kasia Kaminska, Kuratorin Kunsthalle VIERSEITHOF
Als Meister der Kettensäge, als umtriebiger Holzgestalter und schließlich als begabter Einzelgänger machte sich der Norddeutsche Jan Jastram einen Namen. Seine Objekte, Skulpturen, sind deutschlandweit bekannt, und dies trotz der ostdeutschen  Biographie des Künstlers.
Jan Jastrams  Werk umfasst  Arbeiten, die seit den 1980er Jahren entstanden sind, und findet  immer wieder seine Erneuerung durch die neue Produktion. Sein Material ist gleich geblieben, es ist  Holz, und zwar verschiedene Sorten. Die geliebte Ulme, Kirsche, Apfel und immer wieder gern genommene harte Eiche. Seine Objekte entstehen spontan, der  Arbeitsprozess  ist emotionsgeladen. Sein Antrieb besteht in dem Wunsch, der Materie neues Leben zu verleihen. Es ist ein Weg, der über die Zerstörung des Materials (Bearbeitung) zur Neugestaltung führt. Der Wille, der Natur eine neue Form zu verleihen, steht dabei im Vordergrund. Die weitere künstlerische Prozedur besteht im Färben, Abbrennen und Polieren der Skulpturen.

„Ich habe das Gefühl, wenn ich mit der Kettensäge an einem Stück Holz stehe, da muss ich rein, ich muss in das Innere des Materials, und zwar so lange, bis ich die Form, die ich suchte, gefunden habe.“

In der Ausstellung in der Kunsthalle VIERSEITHOF zeigt der Künstler 35 Arbeiten, die überwiegend in den Jahren 2010 und 2011 entstanden sind. Viele Objekte wurden schwarz gefärbt, als Holzsorte überwiegt Ulme. Die Themen  gehen auf Phänomene wie Tod, Freundschaft, Familie und Scheitern ein. Ergänzend zu den Skulpturen und Objekten zeigt Jan Jastram sechs Bilder (Kohle und Acryl auf Papier), die wiederum  als Vorstudien zu späteren Holzarbeiten gesehen werden können und die die besondere zeichnerische Fähigkeit des Künstlers betonen. Auch diese Ausstellung Jan Jastrams kommt ohne die sogenannten „Igel“, welche beim Publikum  besonders beliebt sind, nicht aus. Für die scharfkantigen Objekte „Igel“ und „Krabben“  scheint die Eiche als Material besonders gut geeignet zu sein.

Jan Jastram, der sich nach Tischlerlehre und kurzzeitigem Architekturstudium  zum Holzgestalter an der Fachschule für angewandte Kunst in Schneeberg ausbilden ließ, liebt den Norden des Landes.  Der geborene Rostocker  lebte und arbeitete mehrere Jahre in Ahrenshoop, zog dann nach Schwerin um und ist heute in Stralsund  zu Hause. Längst ist er zum etablierten und anerkannten Künstler geworden, jedes Jahr erfolgen mindestens eine Ausstellung oder gar mehrere Schauen. Das Publikum und die Sammler folgen ihm auf Schritt und Tritt.

Sicher spielte die künstlerische Atmosphäre im Hause Jastram in Bezug auf die Berufswahl der Kinder eine entscheidende Rolle. Die Formenlehre absolvierte Jan Jastram bei seinem Vater, dem berühmten Bildhauer Jo Jastram. Es war auch der Tod des Vaters im Januar 2011, der den Stil seiner Arbeiten aus jener Zeit inhaltlich beeinflusste.  Es entstanden u.a. die Arbeiten „ Haus“, „Wandläufer I“ und „Stachelig“. In dieser Schaffensperiode wurde die eigene Biographie wieder zum Thema. Die Beschäftigung mit dem Zeitphänomen bildet bei Jan Jastram den wichtigsten Aspekt  seines Wirkens. Gnadenlos lebt er in der Gegenwart, Vergangenheit interessiert ihn nicht, so werden künstlerische Pfade von damals sowie persönliche Beziehungen bewusst von ihm verabschiedet  oder gänzlich abgeschnitten.

„Für mich ist nur die Zukunft von Bedeutung. Das, was ich im nächsten Moment, gleich oder bald schaffen werde. Die Vergangenheit existiert für mich nicht.“

Presseartikel
Märkische Allgemeine Zeitung vom 15.03.2011
Presseankündigung
Märkische Allgemeine Zeitung vom 12./13.03.2011
Presseankündigung
Märkische Allgemeine Zeitung vom 11.03.2011
Sonderveranstaltung  Gesang-Verein e.V. "Lyra" Luckenwalde am 05.12.2011, 15.00 Uhr
Presseartikel
Märkische Allgemeine Zeitung vom 18.01.2011
Begleitveranstaltung Lesung Olaf Fritsche Vortrag am 11.12.2010, 16.30 Uhr
Vortrag in der Kunsthalle VIERSEITHOF zur „Schöpfung 2.0“
Auf dem Weg zum künstlichen Leben
Vorbei sind die Zeiten, in denen Biologen das Leben nur wissenschaftlich erforschten – die junge Fachrichtung der synthetischen Biologie will Organismen wie mit einem Baukasten völlig neu erschaffen. Der Biologe, Wissenschaftsjournalist und Buchautor Dr. Olaf Fritsche stellt in einem Vortrag die bisherigen Erfolge sowie die Chancen und Risiken der Entwicklung vor.

„Die synthetische Biologie wird unser Bild vom Leben radikal verändern und vermutlich eine Art neue industrielle Revolution auslösen“, sagt Fritsche. Der promovierte Biologe arbeitet gerade an einem Buch über die synthetische Biologie und künstliches Leben. „Statt wie bei der Gentechnik nur einzelne Eigenschaften eines Organismus zu ändern, konstruiert die synthetische Biologie Lebewesen von Grund auf neu“, so Fritsche. „Dabei entstehen Kreaturen, die der Natur bislang unbekannt waren.“

Die Wissenschaftler auf diesem Gebiet gehen dabei vor wie Ingenieure: Sie standardisieren Bauteile, die sie anschließend einfach zum fertigen Produkt zusammensetzen. Die Bauteile sind in diesem Fall Gene mit den Informationen für bestimmte Eigenschaften eines Organismus. Beispielsweise für einen Stoffwechselweg, um effektiv das Treibhausgas Kohlendioxid aus der Luft zu filtern. Zusammen mit den Bauelementen, die für das eigene Überleben und für die Vermehrung notwendig sind, könnte ein derartig designter Mikroorganismus helfen, den Klimawandel aufzuhalten. „Doch das sind noch Zukunftsträume“, erklärt Fritsche. „Denn schon die Versuche, eine Zelle zu konstruieren, die nur mit dem Allernotwendigsten ausgestattet ist, haben gezeigt, dass Leben viel komplizierter ist, als wir bislang angenommen haben.“

Trotzdem machen die Wissenschaftler Fortschritte. So ist es einem Team um den amerikanischen Genpionier Craig Venter, der als Erster die genetische Information des Menschen aufgelistet hatte, gelungen, eine lebende Bakterienzelle umzuprogrammieren. Die Forscher produzierten dafür eine künstliche DNA mit den Informationen einer anderen Bakterienart. Nachdem sie die natürliche DNA aus der Zielzelle durch das künstliche Erbgut ersetzt hatten, wandelte sich der Mikroorganismus langsam von seiner ursprünglichen Art in die neue Art um. „Das war der Beweis, dass sich Zellen prinzipiell mit völlig anderen Informationen füttern lassen und diese dann auch umsetzen“, meint Fritsche.

Allerdings verspricht Leben, das ganz nach den Vorstellungen seiner menschlichen Schöpfer gestaltet ist, nicht nur neue Medikamente zu günstigen Preisen und umweltfreundlich hergestellte Produkte. „Das US-amerikanische Militär hat bereits angekündigt, „unsterbliche“ Zellen konstruieren zu wollen, die ausschließlich von ihm kontrolliert werden können“, sagt Fritsche. „Und sobald Organismen tatsächlich nach dem Baukastenprinzip erstellt werden können, besteht die große Gefahr, dass sich skrupellose Machthaber und Terroristen ihre eigenen Biowaffen mixen werden.“

Presseartikel
Märkische Allgemeine Zeitung vom 14.12.2010

Presseartikel
Märkische Allgemeine Zeitung vom 09.12.2010
Begleitveranstaltung Lesung Petra Reski am 26.11.2010, 19.00 Uhr
Pressemitteilung
Petra Reski stellt ihr neues Buch "Von Kamen nach Corleone. Die Mafia in Deutschland". Moderation: Ralf Schuler (Märkische Allgemeine, Ressortleiter Poltik)

Petra Reski wurde im Ruhrgebiet geboren und lebt in Venedig. Seit 1989 schreibt sie über Italien und das Thema Mafia, für Die Zeit, Geo, Merian, Focus und Brigitte.  Für ihre Reportagen und Bücher wurde sie in Deutschland zuletzt als »Reporterin des Jahres« ausgezeichnet. In Italien erhielt sie für ihr Antimafia-Engagement den Premio Civitas und den Amalfi-Coast Media Award. Petra Reski hat mehrere Romane und Sachbücher veröffentlicht, zuletzt Mafia. Von Paten, Pizzerien und falschen Priestern (2008).

Petra Reski zeigt, wie gut sich die Mafia seit 40 Jahren in Deutschland eingerichtet hat und wie sehr dies von deutschen Politikern ignoriert wird. Sie beleuchtet die Verflechtungen der Mafia mit Politik und Wirtschaft und erzählt von dem verzweifelten Kampf Italiens um seine Demokratie.
In einem weißen Alfa Romeo Spider fährt Petra Reski von Deutschland nach Italien. Ihre erste Italienreise führte von ihrem Heimatort Kamen bis nach Corleone. Heute nimmt sie denselben Weg - auf den Spuren der Mafia. Die Reise ist voller Begegnungen: mit Ermittlern, Kellnern, Mafiosi und ihren Frauen. Der Leser erfährt, wie viele Duisburger Pizzerien wegen mafioser Verstrickungen in Berichten des BKA auftauchen, wie die 'Ndrangheta in Stuttgart italienische Wahlzettel fälschte, warum die Bosse die deutsche Angst vor dem großen Lauschangriff teilen, welche Clans in Mailand die Stadträte bestimmen und wie Journalisten mundtot gemacht werden.

"In meinen Augen das Sachbuch des Herbstes!" Denis Scheck, ARD-Fernsehbühne auf der Frankfurter Buchmesse, 7.10.2010

Eine Veranstaltung des Brandenburgischen Literaturbüros und des Vereins der Freunde und Förderer der Kunsthalle Vierseithof in Luckenwalde  
Ausstellung Annette von der Bey vom 29.08. bis 12.12.2010
Vernissage Sonntag, 29.08.2010, 16.30 Uhr
Pressemitteilung, September 2010
Presseartikel
Märkische Allgemeine Zeitung vom 30.08.2010
Presseartikel
Rheinische Post vom 27.08.2010
Ausstellung Jan Dörre vom 25.04. bis 11.07.2010
Vernissage Sonntag, 25.04.2010, 16.30 Uhr
Pressemitteilung, Juni 2010
Presseartikel
Märkische Allgemeine Zeitung vom 13.07.2010
Presseartikel
Märkische Allgemeine Zeitung vom 27.04.2010
Presseankündigung
Die Zeit vom 12.05.2010
Presseankündigung
Märkische Allgemeine Zeitung vom 30.04.2010
Presseankündigung
Tagesspiegel vom 25.04.2010
Ausstellung Nadja Schöllhammer vom 07.02. bis 28.03.2010
Vernissage Sonntag, 07.02.2010, 16.30 Uhr
Pressemitteilung
Presseartikel
tip Berlin, Ausgabe Nr. 06/2010
Presseartikel
Märkische Oderzeitung vom 10.02.2010
Presseartikel
Märkische Allgemeine Zeitung vom 04.02.2010
Ausstellung Rolf Lieberknecht vom 11.10. bis 29.11.2009
Vernissage 11.10.2009, 16.30 Uhr
Bundespräsident in der Kunsthalle (MAZ, Donnerstag, 3. Dezember 2009)
Am vergangenen Sonntag besuchten Bundespräsident Horst Köhler   (2. v. l.) und seine Frau Eva Luise Köhler in Begleitung des Bundestagsab-geordneten Peter Danckert (SPD) die Kunsthalle Vierseithof in Luckenwalde. Der Bundespräsident besichtigte die Ausstellung von Rolf Lieberknecht. Der Künstler selbst stellte seine Arbeiten vor.
Foto